Weltkarte: Warum ist Zöliakie nicht überall gleich weit verbreitet?

Weltkarte: Zöliakie

Die Zahlen der Menschen mit glutenbedingten Erkrankungen sind in den letzten Jahrzehnten nicht zuletzt wegen besseren diagnostischen Möglichkeiten und einer höheren Bekanntheit der Problematik gestiegen, doch historisch gesehen war Zöliakie schon immer stärker in Ländern verbreitet, in denen glutenhaltige Getreidesorten zu den Grundnahrungsmitteln zählten. So finden sich die meisten Fälle in Europa und den USA, im Schnitt erkranken hier etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung. Doch selbst in diesen Regionen gibt es starke Unterschiede,  so tritt Zöliakie zum Beispiel in Finnland etwa acht Mal häufiger als in Deutschland auf.

Vom Westen über Vorderasien in die Welt

Nicht nur in Europa und Nordamerika steigen die Zahlen, auch Nordafrika und der vordere Orient sind immer stärker betroffen. Hier finden sich ebenfalls glutenhaltige Getreide auf dem täglichen Speiseplan. Die geringeren Raten als in Europa sind hauptsächlich auf die mangelnde Bekanntheit der Krankheit und schlechtere diagnostische Versorgung zurückzuführen. Bis auf den nördlichen Teil Indiens, den sogenannten Zöliakie-Gürtel, findet sich die gluteninduzierte Enteropathie im asiatischen Raum bisher kaum. Das liegt auch daran, dass der Reisanbau zur Grundversorgung verstärkt in Nordindien durch Weizenanbau ersetzt wurde.

Einfluss von Umweltfaktoren

Doch nicht nur die immer weiter verbreitete regelmäßige Aufnahme von Gluten allgemein scheint für die steigenden Zahlen verantwortlich zu sein, auch Umweltfaktoren spielen vermutlich eine immer stärkere Rolle. So könnten sich auch Veränderungen in landwirtschaftlichen Prozessen auf die Qualität des aufgenommenen Glutens auswirken. Ebenso nehmen Darmerkrankungen stetig zu und die Ernährung von Kindern verändert sich.  Derzeit laufen einige Studien mit Kindern auf europäischer Ebene, um sowohl die genetischen Einflüsse als auch die Auswirkungen einer schrittweisen Einführung von Gluten ab dem vierten Lebensmonat näher zu erforschen.

Aline Jehl

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