Übeltäter Gluten: Wie wird Zöliakie diagnostiziert?

Wenn ein Lebensmittel im Verdacht steht Beschwerden zu verursachen, versucht man es häufig mit dem Weglassen des Lebensmittels, aber was wenn doch der Übeltäter Gluten heißt. Doch bei Zöliakie ist genau das der falsche Weg. Hier muss ein Fachmann ran. Beim Verdacht auf Zöliakie sollte man glutenhaltige Lebensmittel bis zur Untersuchung beim Gastroenterologen nicht meiden, denn Gluten löst bei Zöliakie eine Entzündung des Dünndarms aus. In Folge dessen verändert sich die Dünndarmschleimhaut und es werden Antikörper gegen das Enzym Gewebetransglutaminase gebildet, die im Blut nachgewiesen werden können. Bei Verzicht auf Gluten würden sich diese Kennzeichen wieder verringern und so die Diagnose deutlich erschweren.

Ein Facharzt bringt Klarheit

Endgültige Gewissheit bringt eine Darmspiegelung, bei der mehrere Proben aus der Schleimhaut des Zwölffingerdarms genommen werden. Je nachdem wie stark die Krankheit bereits ausgeprägt ist werden die Veränderungen der Schleimhaut nach Marsh-Typ 1-3 klassifiziert. Die Diagnose Zöliakie wird ab Typ 2 gestellt, bei der bereits Entzündungsmarker, die sogenannten T-Lymphozyten, in der Schleimhaut erhöht sind. Bei Typ 3 zeigt sich bereits eine Veränderung der Mikroarchitektur, so sind die Darmzotten bei Typ 3a leicht und bei Typ 3c stark abgeflacht. Diese Veränderungen der Darmzotten reduziert die Gesamtaufnahmefläche für Nährstoffe im Dünndarms, so dass es auf Dauer zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen kommen kann.

Schnelle Regeneration

Auch wenn die Umstellung der Ernährung nach der Diagnose Zöliakie nicht einfach ist, durch den Verzicht auf Gluten fühlt man sich schon bald besser, denn die Dünndarmschleimhaut regeneriert sich sehr schnell. Sollten bereits Nährstoffdefizite vorliegen, können diese durch die Gabe von Infusionen ausgeglichen werden. Empfehlenswert ist unter Umständen auch eine Knochendichtemessung, denn etwa 20 bis 50 Prozent der Zöliakiepatienten weisen eine reduzierte Knochendichte auf. So steigt die Gefahr für Osteoporose, insbesonders bei Frauen in der Menopause. Zum Thema Kostenübernahme sollten sich Patienten an ihre Krankenkasse wenden.

Etwa ein halbes Jahr nach der Umstellung werden erneut die Blutproben genommen und auf Antikörper untersucht. Sollten sie sich zurückgebildet haben reichen jährliche Kontrollen der Blutwerte und eine strikt glutenfreie Ernährung.

Aline Jehl

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