Unterdiagnostiziert: Zöliakie bei Kindern

Bisher ging man davon aus, das etwa 0,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland im Alter von einem bis siebzehn Jahren von Zöliakie betroffen seien. Eine neue Studie von Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt jedoch, dass es wesentlich mehr sind.Anhand von Proben von rund 13.000 Kindern und Jugendlichen, die zwischen 2003 und 2006 an der KiGGS-Studie teilnahmen, wurden bei rund 0,9 Prozent Antikörper nachgewiesen. Das deckt sich mit den Zahlen aus anderen europäischen Ländern und Nordamerika. Unter den untersuchten 13.000 Kindern waren nur neun Kinder mit diagnostizierter Zöliakie, demnach wurden anhand der Antikörperbestimmung zusätzlich 97 neue Fälle festgestellt. Da allerdings fünfzig bis siebzig Prozent der Betroffenen keinerlei Symptome aufweisen und es bisher keine Hinweise auf die Vorteile einer glutenfreien Ernährung bei beschwerdefreien Menschen gibt, raten die Forscher von einem generellen Bevölkerungsscreening ab.

 

Zöliakie bei Kindern: Auswirkungen einer nicht-diagnostizierten Zöliakie

Eine unerkannte Zöliakie kann insbesondere bei Kindern schwerwiegende Auswirkungen haben.

Meistens tritt eine Zöliakie 3-6 Monate nach der Einführung glutenhaltiger Kost (z.B. Getreidebrei) auf und zeigt sich durch:

  • Wachstumsstörungen und Gewichtsstillstand bzw. –abnahme
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall oder Verstopfung

Je älter ein Kind bei Ausbruch der Zöliakie ist desto unspezifischer und isoliert können sich diese Symptome zeigen. Das erschwert häufig die Diagnose.

Weitere Symptome können sein:

  • Ausgeprägter Eisenmangel
  • Verzögerung der Pubertät
  • Langsames Wachstum
  • Wiederkehrende Bauchschmerzen
  • Erhöhte Leberwerte unklarer Ursache
  • Zahnschmelzdefekte

 Aline Jehl

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