Vegane Ernährung für Zöliakiepatienten – eine Herausforderung

Vegan Vegane Ernährung für Zöliakiepatienten – eine Herausforderung. Vegane Ernährung scheint über die Maßen modern. Vegan zu essen bedeutet, gesund und bewusst zu essen. Gesund und vor allem bewusst essen auch die Zöliakie-Betroffenen. Eine vegane Lebensmittelauswahl völlig unabhängig von tierischen Produkten zu gestalten, war noch nie so einfach wie heute. Speisen und auch einzelne Lebensmittel zu kaufen, die vegan und gleichzeitig glutenfrei sind, ist mitunter jedoch eine große Herausforderung.

Vegan und Gluten, schwer vereinbar

Bereits bekannte und weithin genutzte vegane (Convenience)Produkte sind aus Sojabohnen hergestellt, die ihrerseits sowohl glutenhaltig als auch glutenfrei angeboten werden. Die tägliche Aufnahme dieser Hülsenfrucht und ihrer Erzeugnisse ist jedoch gesundheitlich umstritten, deshalb der Blick nach weiterer ausschließlicher Pflanzennahrung. Der Lebensmittelhandel hält heute eine fast unüberschaubare Anzahl an „Nicht-Sojaprodukten“ für Veganer bereit. Das große Problem für Zöliakiepatienten hierbei: Sehr viele der Lebensmittel sind mit Weizeneiweiß („Seitan“) – und damit Gluten – hergestellt. Seitan ist ein Produkt aus reinem Weizengluten und entwickelt in seiner Verarbeitung eine fleischähnliche Konsistenz.

Vegetarische Mönche machens vor !

Aus der chinesischen Küche und von vegetarisch (!) lebenden Mönchen entwickelt, findet sich Seitan heute entweder als eigenständige Grundlage für vegane Schnitzel, vegane Würstchen und Bratlinge oder als Zutat in veganen Produkten. Für die Lebensmittelindustrie ist dieser Inhaltsstoff sehr effizient und ihr Einsatz daher allzu verständlich. Gluten lässt jeden Teig und viele Gemenge weicher, luftiger und damit noch „genießbarer“ werden. Weizeneiweiß findet sich so als Zutat in vielen veganen Backmischungen, Fleisch- und Fischerzeugnissen, Aufstrichen und Käse- und Wurstprodukten. Damit sind viele dieser veganen (Convenience)produkte für eine glutenfreie Ernährung ausgeschlossen.

Zöliakiepatienten, die sich für diese ausschließlich pflanzenorientierte Ernährung interessieren, müssen sich deshalb erneut auf die ohnehin für sie bekannten und empfohlenen Gemüse und Getreide wie Mais, Kastanie, Reis, Buchweizen, Hirse sowie Quinoa, Amarranth und Teff konzentrieren. Aus der Gruppe der Hülsenfrüchte sind neben der Sojabohne auch Bohnen und Kichererbsen hervorragend geeignet – und dabei ernährungsphysiologisch überaus wertvoll. Das für Zöliakiebetroffene bekannte Studieren einer jeden Zutatenliste bleibt ihnen also auch dann nicht erspart, wenn sie ihre Ernährung auf eine ausschließlich pflanzliche, d.h. vegane Ernährung ausrichten möchten. Im Gegenteil, derzeit ist die Suche nach glutenfreien veganen Lebensmitteln (Convenienceprodukten) schwierig, die tatsächliche, brauchbare Auswahl scheint noch klein. Betroffene und Angehörige erfahren in einer qualifizierten Ernährungsberatung alles über ein veganes und gleichermaßen glutenfreies Essen, ohne sich im täglichen Leben zu sehr einschränken zu müssen. Kontakt zu Ernährungsfachkräften sind über deren Berufs- bzw. Interessenverbände (www.vdd.de, www.vdoe.de, www.vfed.de , www.bdem.de), häufig über Ärzte und Krankenkassen möglich.

Birgit Blumenschein

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