Zöliakie und Diabetes – kommt häufiger gemeinsam vor als gedacht

file000260282958Experten raten aktuell: Alle Typ 1-Diabetiker (vor allem Kinder) sollten sich einem Zöliakie-Screening unterziehen. Wenn möglich, gleich zum Zeitpunkt der Diabetesdiagnose, danach jährlich, später bei verdächtigen Symptomen, wie z.B. Wachstumsverzögerungen, Blutarmut und verspäteter Pubertät. Ebenso sollte umgekehrt ein Screening auf Zöliakie durchgeführt werden. Insbesondere dann, wenn junge Menschen insulinpflichtige Diabetiker werden.

Warum diese Achtsamkeit? Es gibt einen genetischen Zusammenhang. Sowohl bei der Zöliakie als auch beim Diabetes mellitus ist ein sogenanntes Histokompatibilitäts-Gen HLA DQ2 und DQ 8 nachzuweisen. Bei 3 – 6 % der Zöliakiebetroffenen tritt eine Diabetes auf und umgekehrt. Dies bedeutet 3 – 6% der Diabetiker erkranken an einer Zöliakie. Wie muss nun der Mensch handeln, der beide Krankheiten hat? Die einfache und dennoch komplizierte Formel lautet. Individuelle und adäquate Insulin-Dosis + eine strikte glutenfreie Ernährung = wenig Risiken und Komplikationen im Krankheitsverlauf = normales Leben.

Insulin-Therapie verschafft Abhilfe

Dank moderner Insulin-Therapien ist eine spezielle Diabetes-Diät mittlerweile nicht mehr nötig. Ernährungsempfehlungen wie für „Nicht-Diabetiker“, die sich von den Grundsätzen einer gesunden Ernährung ableiten, sind heutzutage schon üblich. Ernährungspyramiden, wie die der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), zeigen die geeignete Lebensmittelauswahl für einen norm-nahen Blutzuckerspiegel auf. Herausforderung scheint für viele Diabetes-Betroffene eine glutenfreie Lebensmittelauswahl zu sein, die mit den persönlichen Lebensumständen, den Ernährungsbedürfnissen und der Planung für eine angemessene Glukose-Balance einhergeht. Allerdings: viele von Natur aus glutenfreie Lebensmittel sind für den Speiseplan des Diabetikers sowieso geeignet: Kartoffeln, Reis, Mais, Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, pflanzliche Öle, Gemüse und Obst.

Zusätzlich sind moderne, diätetisch hergestellte, glutenfreie Lebensmittel (z.B.Mehle, Brote, Gebäck, Teigwaren) schon lange auf die Bedürfnisse der Diabetiker abgestimmt. Sie enthalten höhere Ballaststoffanteile für einen langsamen Blutzuckeranstieg nach der Verdauung, und anhand der vorgeschriebenen Nährwertkennzeichnung sind z.B. die Kohlenhydrate sehr gut in die Insulinbilanzierung einzubeziehen. Betroffene und Angehörige erfahren in einer qualifizierten Ernährungsberatung alles über ein glutenfreies Essen und Trinken, das insbesondere den Blutzuckerspiegel im Blick hat. Bei Einhaltung einer glutenfreien und gleichzeitig Kohlenhydratmodifzierten Ernährung verbessert sich die diabetische Stoffwechsellage eindeutig und sie unterstützt die Verminderung des HbA1c – ein wichtiger Prognosefaktor für Diabetiker.

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